Valoro
Vorlage & Muster

Nachlassverzeichnis-Vorlage — oder gleich digital und bewertet erstellen

Die vollständige Struktur eines Nachlassverzeichnisses nach §§ 2314, 260 BGB — als Arbeitsgrundlage für die Kanzlei. Und ein schnellerer Weg: den Nachlass durch die Mandantschaft geführt erfassen lassen und mit belegten Marktwerten als PDF mit Hash und Zeitstempel ausgeben.

Was in ein Nachlassverzeichnis gehört

§ 2314 BGB gibt dem Pflichtteilsberechtigten Anspruch auf Auskunft über den Bestand des Nachlasses und auf Wertermittlung; § 260 BGB regelt die Form des Verzeichnisses. Ein vollständiges Verzeichnis erfasst Aktiva, Passiva und ergänzungspflichtige Schenkungen — jeweils mit Wert zum Todestag als Stichtag.

Aktiva — Vermögen

  • ImmobilienGrundstücke, Eigentumswohnungen, Erbbaurechte — mit Lage, Größe und Verkehrswert zum Todestag.
  • Bankguthaben & WertpapiereGiro-, Tages- und Festgeldkonten, Depots, Fonds, Aktien — Saldo bzw. Kurswert am Stichtag.
  • BargeldBargeldbestände, auch in Fremdwährung.
  • FahrzeugePkw, Wohnmobile, Motorräder, Boote — mit Marktwert.
  • Hausrat & WertgegenständeMöbel, Schmuck, Uhren, Kunst, Sammlungen, Antiquitäten — der Posten, der am schwersten zu beziffern ist.
  • Lebens- & RentenversicherungenSoweit sie in den Nachlass fallen (Bezugsberechtigung beachten).
  • Unternehmens- & GesellschaftsanteileBeteiligungen, GmbH-Anteile, Einzelunternehmen.
  • ForderungenAusstehende Darlehen, Miet- und Kaufpreisforderungen, Steuererstattungen.

Passiva — Verbindlichkeiten

  • NachlassverbindlichkeitenSchulden des Erblassers — Darlehen, offene Rechnungen, Steuern.
  • ErbfallschuldenBestattungskosten, Kosten der Nachlasssicherung und -verwaltung.
  • Vermächtnisse & AuflagenSoweit sie den Nachlass mindern.

Nicht vergessen

  • Ergänzungspflichtige SchenkungenSchenkungen des Erblassers der letzten Jahre können den Pflichtteil erhöhen (§ 2325 BGB) — und gehören deshalb in die Aufstellung.
  • StichtagMaßgeblich ist der Wert zum Todestag. Jede Position sollte sich darauf beziehen.

Wo eine Vorlage an ihre Grenzen kommt

Eine Vorlage gibt Ihnen die Struktur. Das eigentliche Problem beim Pflichtteil löst sie nicht — die belastbare, belegte Bewertung jeder Position.

Werte bleiben leerEine Word- oder Excel-Vorlage liefert Spalten — aber keinen Marktwert. Genau die Bewertung ist beim Pflichtteil der Streitpunkt.
Kein QuellennachweisWer einen Wert einträgt, muss ihn belegen können. Eine Vorlage dokumentiert nicht, woher die Zahl stammt.
Kein ManipulationsschutzEin nachträglich änderbares Dokument hat vor Gericht wenig Beweiskraft — es fehlt der versiegelte Stand zum Stichtag.

Statt Vorlage ausfüllen: digital erfassen, bewerten, versiegeln

Mit Valoro erfasst Ihre Mandantschaft den Nachlass geführt per Smartphone — auf Einladungslink, ohne eigenes Konto. Zu jeder Position recherchiert Valoro den Marktwert aus offenen Quellen — mit Quellenprotokoll. Heraus kommt ein Verzeichnis nach §§ 2314, 260 BGB als PDF mit SHA-256-Hash und RFC-3161-Zeitstempel, das Sie in der Kanzlei prüfen und freigeben.

Der schwierigste Posten ist meist das bewegliche Vermögen — wie Valoro Hausrat, Schmuck und Kunst bewertet. Geht es um den Pflichtteil? Auskunft & Wertermittlung nach § 2314 BGB.

Auch für andere Verfahren: Testamentsvollstreckung (§ 2215 BGB), Nachlasspflege (§ 1960 BGB) und Zugewinnausgleich (§ 1379 BGB).

Hinweis: Die genannten Kategorien sind eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Valoro liefert eine methodisch dokumentierte Wert-Orientierung aus offenen Marktquellen; sie ersetzt kein Sachverständigen-Gutachten.