Nachlassverzeichnis-Vorlage — oder gleich digital und bewertet erstellen
Die vollständige Struktur eines Nachlassverzeichnisses nach §§ 2314, 260 BGB — als Arbeitsgrundlage für die Kanzlei. Und ein schnellerer Weg: den Nachlass durch die Mandantschaft geführt erfassen lassen und mit belegten Marktwerten als PDF mit Hash und Zeitstempel ausgeben.
Lieber gleich ausfüllen als abtippen
Die vollständige Gliederung nach §§ 2314, 260 BGB steht unten auf dieser Seite — zum Nachbauen in jedem Textprogramm. Schneller geht es mit dem kostenlosen Verzeichnis-Werkzeug: Positionen erfassen, Aktiva und Passiva gliedern, Summen bilden, als PDF sichern. Läuft im Browser, ohne Anmeldung, die Eingaben bleiben auf Ihrem Gerät.
Was auch das Werkzeug nicht leistet: den Wert und seine Quelle. Es rechnet, es bewertet nicht — und genau daran entscheidet sich beim Pflichtteil der Streit.
Das Muster-PDF zeigt auf 36 Seiten aus einem anonymisierten Mandat, wie ein fertiges Verzeichnis mit belegten Werten und Quellenprotokoll aussieht.
Was in ein Nachlassverzeichnis gehört
§ 2314 BGB gibt dem Pflichtteilsberechtigten Anspruch auf Auskunft über den Bestand des Nachlasses und auf Wertermittlung; § 260 BGB regelt die Form des Verzeichnisses. Ein vollständiges Verzeichnis erfasst Aktiva, Passiva und ergänzungspflichtige Schenkungen — jeweils mit Wert zum Todestag als Stichtag.
Aktiva — Vermögen
- Immobilien
- Grundstücke, Eigentumswohnungen, Erbbaurechte — mit Lage, Größe und Verkehrswert zum Todestag.
- Bankguthaben & Wertpapiere
- Giro-, Tages- und Festgeldkonten, Depots, Fonds, Aktien — Saldo bzw. Kurswert am Stichtag.
- Bargeld
- Bargeldbestände, auch in Fremdwährung.
- Fahrzeuge
- Pkw, Wohnmobile, Motorräder, Boote — mit Marktwert.
- Hausrat & Wertgegenstände
- Möbel, Schmuck, Uhren, Kunst, Sammlungen, Antiquitäten — der Posten, der am schwersten zu beziffern ist.
- Lebens- & Rentenversicherungen
- Soweit sie in den Nachlass fallen (Bezugsberechtigung beachten).
- Unternehmens- & Gesellschaftsanteile
- Beteiligungen, GmbH-Anteile, Einzelunternehmen.
- Forderungen
- Ausstehende Darlehen, Miet- und Kaufpreisforderungen, Steuererstattungen.
Passiva — Verbindlichkeiten
- Nachlassverbindlichkeiten
- Schulden des Erblassers — Darlehen, offene Rechnungen, Steuern.
- Erbfallschulden
- Bestattungskosten, Kosten der Nachlasssicherung und -verwaltung.
- Vermächtnisse & Auflagen
- Soweit sie den Nachlass mindern.
Nicht vergessen
- Ergänzungspflichtige Schenkungen
- Schenkungen des Erblassers der letzten Jahre können den Pflichtteil erhöhen (§ 2325 BGB) — und gehören deshalb in die Aufstellung.
- Stichtag
- Maßgeblich ist der Wert zum Todestag. Jede Position sollte sich darauf beziehen.
Hausrat im Nachlassverzeichnis: mit oder ohne Wert?
Die häufigste Frage von Erben an die Vorlage. Die Antwort: immer aufführen, immer zum Todestag bewerten, Sammelposten sind erlaubt.
Der Hausrat gehört in den Abschnitt bewegliches Vermögen, auch die Stücke, die „nichts wert sind". Ein Nachlassverzeichnis ist zuerst ein Bestandsverzeichnis (§ 260 BGB); wer Positionen weglässt, liefert der Gegenseite den Vorwurf der Unvollständigkeit. Gewöhnliche Alltagsdinge fassen Sie je Raum als Sammelposten zusammen und setzen einen niedrigen oder einen mit null angesetzten Richtwert an.
Was einen eigenen Marktwert hat, bekommt eine eigene Zeile mit Bezeichnung, Zustand, Richtwert zum Todestag und Quelle. Maßgeblich ist der Preis, den das Stück am Todestag beim Verkauf gebracht hätte (§ 2311 BGB), nicht der Neupreis. Wie Sie Möbel, Schmuck und Sammlungen selbst schätzen und belegen, steht Schritt für Schritt auf der Seite Hausrat schätzen im Erbfall.
Wo eine Vorlage an ihre Grenzen kommt
Eine Vorlage gibt Ihnen die Struktur. Das eigentliche Problem beim Pflichtteil löst sie nicht — die belastbare, belegte Bewertung jeder Position.
- Werte bleiben leer
- Eine Word- oder Excel-Vorlage liefert Spalten — aber keinen Marktwert. Genau die Bewertung ist beim Pflichtteil der Streitpunkt.
- Kein Quellennachweis
- Wer einen Wert einträgt, muss ihn belegen können. Eine Vorlage dokumentiert nicht, woher die Zahl stammt.
- Kein Manipulationsschutz
- Ein nachträglich änderbares Dokument hat vor Gericht wenig Beweiskraft — es fehlt der versiegelte Stand zum Stichtag.
Sie sind selbst betroffen — nicht die Kanzlei?
Valoro wird von Kanzleien eingesetzt — und auf Anfrage auch von Betroffenen, die ihr Verzeichnis selbst vorbereiten. Für Sie gibt es zwei Wege: Ihre Kanzlei lädt Sie per Link ein und Sie erfassen das Nachlassverzeichnis geführt per Smartphone, ohne eigenes Konto. Oder Sie bereiten die Aufstellung selbst vor und übergeben sie fertig an eine Kanzlei.
Weg 1 — Meine Kanzlei soll es einsetzen
Name und Anrede bitte noch anpassen.
Weg 2
Noch keine Kanzlei — oder selbst vorbereiten?
Sie erfassen den Nachlass selbst — Hausrat, Konten, Verbindlichkeiten — und übergeben die belegte Aufstellung als PDF und Excel an Ihre Kanzlei oder an eine aus unserem Netzwerk in Ihrer Region.
Sie registrieren sich selbst, haben 14 Tage Testphase und bestellen das fertige Verzeichnis zu einem festen Preis nach dem erfassten Sachwert. Wer vorher wissen will, ob Valoro zum eigenen Vorhaben passt, bucht ein Erstgespräch von 15 Minuten. Haben Sie noch keine Kanzlei, vermitteln wir auf Wunsch eine aus unserem Netzwerk. Ablauf und Preise stehen auf der Seite für Betroffene.
Was Ihre Kanzlei dann sieht: Das Pilotprogramm beschreibt Ablauf und Bedingungen für Kanzleien im Erbrecht; ein ausgefülltes Musterverzeichnis (PDF) zeigt, wie das Ergebnis aussieht.
Bis dahin können Sie die Positionen mit dem kostenlosen Werkzeug vorstrukturieren — im Browser, ohne Anmeldung. Ob und wie eine Aufstellung in Ihrem Fall vorzulegen ist, klären Sie bitte mit Ihrer Kanzlei.
Statt Vorlage ausfüllen: digital erfassen, bewerten, versiegeln
Mit Valoro erfasst Ihre Mandantschaft den Nachlass geführt per Smartphone — auf Einladungslink, ohne eigenes Konto. Zu jeder Position recherchiert Valoro den Marktwert aus offenen Quellen — mit Quellenprotokoll. Heraus kommt ein Verzeichnis nach §§ 2314, 260 BGB als PDF mit SHA-256-Hash und RFC-3161-Zeitstempel, das Sie in der Kanzlei prüfen und freigeben.
Der schwierigste Posten ist meist das bewegliche Vermögen — wie Valoro Hausrat, Schmuck und Kunst bewertet. Geht es um den Pflichtteil? Auskunft & Wertermittlung nach § 2314 BGB.
Lieber gleich ausfüllen statt abtippen? Das kostenlose Verzeichnis-Werkzeug gliedert die Positionen, bildet die Summen und gibt ein PDF aus — im Browser, ohne Anmeldung.
Dieselbe Aufgabe im Familienrecht? Für die Auskunft beim Zugewinnausgleich gibt es eine eigene Aufstellung: Vermögensverzeichnis nach § 1379 BGB — Aufbau und Vorlage.
Sie wägen zwischen Vorlage, Notar und Software ab? Die vier Wege zum Verzeichnis im Vergleich — mit sechs Kriterien, an denen sich Verzeichnis-Software messen lässt.
Auch für andere Verfahren: Testamentsvollstreckung (§ 2215 BGB), Nachlasspflege (§ 1960 BGB) und Zugewinnausgleich (§ 1379 BGB).
Hinweis: Die genannten Kategorien sind eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Valoro liefert eine methodisch dokumentierte Wert-Orientierung aus offenen Marktquellen; sie ersetzt kein Sachverständigen-Gutachten.